Kann sein, dass ich mir das einbilde, aber gerade habe ich das Gefühl, das (fast) jede Mutter in meinem erweiterten Bekanntenkreis den Halbsatz „Ich liebe ja mein Baby, aber…“ voran schiebt wenn Sie etwas beschreiben will das ihr schwer fällt, nicht gefällt oder sie einfach nur nervt. Woher kommt dieses Bedürfnis nochmal zu betonen, dass frau das eigene Kind liebt?
Meist hat das Kritisierte wenig mit dem eigenen Kind zu tun, sondern eher mit den äußeren Umständen. So sagt die Patin meines Babys gestern: „Ich liebe ja Krümel, aber dieses aufs Mutterdasein reduziert werden nervt.“ Oder die Mutter aus dem Pekipkurs die sagte, „Ich hab ja Leon schrecklich gern, aber ich bin so müde“. Noch besser war aber eine (kinderlose) Kollegin, die, als ich von den Schwierigkeiten einen Krippenplatz an meinem zukünftigen Wohnort zu bekommen erzählte, antwortete: „Ja aber du liebst doch Püppi und es ist gut das sie da ist, oder?“ Bitte???
Ja, ich liebe mein Baby, aber das ist eine Sache zwischen ihr und mir. Und ich finde, dass ich mich beschweren darf, ohne extra betonen zu müssen, dass ich mein Baby liebe. Glauben die Menschen um mich rum wirklich, dass ich meinem  Kind die Schuld daran gebe, das ich keine Betreuung für sie finde? Oder muss ich so erfüllt sein von der Liebe zu meinem Kind, das ich negatives gar nicht mehr wahrnehme. Und wenn doch dann entschuldige ich mich, bevor ein Wort des Missfallens über meine Lippen kommt?
Okay, für einen Satz muss ich diese Floskel dann doch einbauen: „Ich liebe mein Püppi wirklich und aus ganzem Herzen, aber wenn ich seit zwei Nächten nicht richtig geschlafen habe, und sie nicht aufhört zu quengeln, dann könnte ich sie an die Wand werfen“ Mach ich aber nicht….

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