Ich hatte mir alles so praktisch vorgestellt: Stillen, wenn ich da bin, abpumpen wenn nicht. In zahlreichen Büchern und Foren wurde das Abpumpen und Flaschenfüttern von Muttermilch als Weg angepriesen, sich ein Stück Unabhängigkeit zu bewahren.  So richtig detailliert wurde zwar nirgends beschrieben, wie das ganze funktioniert, von so Tipps wie: „Kaufen sie eine hochwertige Milchpumpe“  mal abgesehen. Häufig fand ich auch widersprüchliche Aussagen wie Milch kann mensch am besten im Glas einfrieren oder auf keinen Fall in Glas einfrieren.
Sechs Wochen nach der Geburt brachte meine Hebamme mir eine Hand-Milchpumpe mit. Erklärte mir die Funktionsweise (Dankedankedanke) und gab mir den Rat, erst mal zu probieren, ob Püppi die Milch auch trinkt bevor ich einen Vorrat anlege. Guter Tipp, denn: Püppi mag keine Milchflaschen.
Also genau genommen mochte Püppi überhaupt keine Flaschen, auch nicht mit Tee oder Wasser…
Ich habe glaube ich jeden scheiß Sauger zu Hause, den der Markt zu bieten hat, besonders stillfreundliche, brustähnliche zur Vermeidung von Saugverwirrung (Klasse Wort, finde ich übrigens), davon gibts glaub ich drei oder vier Systeme, und die ganz einfachen mit denen ich schon gefüttert worden bin (also das gleiche Modell, keine original Sauger von 85). Immer mit dazugehörigen Fläschchen. Brachte alles nix, Püppi schaute mich angewidert an, wenn ich ihr mit nem Sauger kam, und der Vater konnte auch nix ausrichten.
Das hatte mich kalt erwischt, ich hatte mich darauf verlassen, dass das so einfach wird wie überall behauptet. Und im Krankenhaus hatte Püppi fröhlich eine Teeflasche nach der anderen weg genuckelt, eine Pulle Ersatzmilch zudem auch.
Zunächst probierte ich es immer wieder, aber da war nix zu machen…  die angepumpte Milch, die ich ihr füttern wollte, konnte ich jedes mal weg kippen.
Im Wesentlichen ist es dabei geblieben, Püppi verweigert die Nuckelflasche, freundet sich dafür gerade mit der Trinklernflasche an, wenn Wasser drin ist zumindest.

Mittlerweile hab ich mich mit anderen Müttern ausgetauscht und kann folgende Tipps beisteuern, in der Hoffnung, dass andere erfolgreicher sind als wir:
*Wenn Du auf das Abpumpen angewiesen bist, z.B. weil Du wieder arbeiten gehst, gib deinem Kind von Anfang an regelmäßig, am besten wöchentlich, eine (Teil-)Mahlzeit aus der Flasche.  So verlernt dein Baby nicht, wie das funktioniert und du musst es später nicht neu beibringen.
*Plastikflaschen sind okay, wenn kein BPA drin ist (gilt für alle auf dem deutschen Markt, haben so Bapper wo das drauf steht).
*Glasflaschen sind auch okay, da bleibt irgend ein Bestandteil drin hängen, wenn nicht nur abgepummtes gefüttert wird ist das aber angeblich nicht so schlimm.
*ich hab die günstigste Handpumpe von Medela, Harmony heißt die glaub ich. Die fühlt sich ganz okay an aber:
*frau muss zum Abpumpen gaanz gerade sitzen sonst läufts nicht in die Flasche sondern sammelt sich im Trichter= riesen Sauerei.
*Milch kann zwar einige Zeit tiefgekühlt aufbewahrt werden, aber ein zu großer Vorrat empfiehlt sich nicht, da sich die Zusammensetzung und das Bedürfnis des Babys mit der Zeit ändert.
*bei drei befragten bekannten funktioniert das Füttern besser wenn der Elternteil der nicht stillt das übernimmt.

Advertisements