Neulich im PekipKurs ging es darum, wann wir eigentlich mal wieder Zeit für uns haben.  Fast alle Mütter* meinten: beim Duschen, wenn das Baby nicht weint…
Die die einen Rückbildungskurs ohne Kind gemacht haben, haben das sehr genossen. Hab ich nicht, kann ich also nix zu sagen.
Zu dem Thema sind mir zwei Dinge eingefallen, die ich da nicht sagen wollte:
1. An dem Tag an dem ich meine jetzige Beziehung, den Püppi-Vater (der nicht mehr Männe genannt werden mag) kennenlernte, traf ich ein Paar das seit sechs Monaten Eltern war. Mein Kumpel, der mit den beiden befreundet war, fragte, ob sie auch zum Konzert einer befreundeten Band kommen würden. Die Antwort hat mich damals nachhaltig geschockt. Ich hab glaube ich, noch Wochen später völlig ungläubig davon erzählt.
ER: nee, seit [Baby] da ist, kann [Frau] nicht mehr ausgehen und alleine, das hab ich einmal gemacht, aber jetzt bleib ich auch daheim…
SIE: das ist ja auch noch zu früh jetzt, eine Stunde ohne mich, er ist doch erst sechs Monate alt und ich mags auch nicht so gerne wenn [Mann] ohne mich ausgeht.
Ich hab die beiden fassungslos angestarrt. Und wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Die Vorstellung sechs Monate keine Stunde mehr allein zu sein hat mich in Panik versetzt.
Die ersten drei Monate nach der Geburt war ich ungefähr drei Mal länger als eine  Stunde allein. Und das Püppis Vater jeden morgen das Kind geschnappt und ausgefahren hat, damit ich noch schlafen kann, war verglichen mit den anderen PekipMüttern scheinbar der super Luxus. Das änderte sich erst, als mir das zweite Ding wieder einfiel:
2. Meine Eltern haben mir schon als Kind erklärt: Einen freien Abend in der Woche braucht jeder mehr oder weniger erwachsene Mensch, besonders wenn sie/er Eltern von einem Baby ist oder mit einem zusammenlebt. Scheiß egal wie lieb man sich hat, wie gerne man zusammen lebt oder was weiß ich. Ein freier Abend muss sein. Ich halte meine Eltern für schlaue Leute.

Meistens ist das ein Kampf. Meine Beziehung ist müde wenn er heim kommt und will lieber Paarzeit. Ich bin genervt, immer wieder, und will meine Ruhe wenn eigentlich er mal dran wär. Wir haben hier wenig bis keine sozialen Kontakte. Manchmal vergessen wir ein paar Wochen lang wie wichtig Zeit für uns ist. Nicht nur die Paarzeit, sondern auch die ganz allein.
Aber immer öfter funktioniert es auch. Dann geht er mit Kollegen Essen, golfen oder skateboarden, und ich, naja, wenn ich ehrlich bin, hab ich meinen Abend meistens, wenn ich bei meinen Eltern oder Freunden zu Besuch bin, aber auch das ist gut. Und ich bin weit weg vom Haushalt und Schreibtisch. Manchmal schlaf ich dann einfach, ganz allein in einem Bett während mein Paps das Kind betüdelt oder ich lese oder Musik höre.** Ausgehen mag ich meistens nicht, seid ich nicht mehr rauche ist das schwieriger geworden, mir wird in meinen Lieblingsläden immer schlecht. Aber im Sommer konnte ich zumindest auf die draußen_Konzerte gehen, und jetzt halt auf die drinnen. Und draußen mit Freunden sitzen geht ja auch immer öfter, wenn denn welche in der Nähe sind.
Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird,  ich muss da mit mehr Nachdruck ran gehen. Aber ich setze mich da noch durch gegen mich selbst vor allem.  Ich brauch den wirklich dringend, meinen Abend für mich allein.

*Ratet was der Vater gesagt hat. Nah? Genau: im Büro…
**Ja, ich hab auch „coole“ Hobbies, verrate aber nicht welche.

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