ich bin jetzt offiziell übergewichtig. und irgendwie weiß ich nicht, wies mir damit gehen soll.
mein aktuelles gewicht ist nur indirekt eine folge der schwangerschaft. ich war letztes jahr im frühjahr 5 kilo leichter als jetzt. dann hab ich mir die ersten vier monate der schwangerschaft die seele aus dem leib gekotzt. und mich von birnenbrei ernährt und ungesalzenem möhren, kartoffeln oder nudeln, wenns gut ging. die folge: ich nahm rabiat ab. ich sah so schlank aus wie seid jahren nicht mehr. nur mit größeren brüsten. klar hab ich zum ende der schwangerschaft noch einiges zugelegt. aber da ich meistens keinen bock hatte zu essen, wars nicht so viel. nach der schwangerschaft nahm ich zügig ab, weil ich hatte schließlich fast nie wirklich zeit zum essen. so das ich nach wenigen wochen bei meinem ausgangsgewicht war. so und seid püppi nicht mehr so stressig ist, esse ich. aus langeweile und weils mir spaß macht. ich hatte eigentlich im letzten jahr den veganismus für mich wieder entdeckt. vor allem weil das die ultimative bremse war um nicht jeden scheiß in mich rein zustopfen. aber meine ärzte haben so lange auf mich eingequatscht bis ich zum vegetariertum zurückkehrte, wohl wissend, das ich mir damit vermutlich keinen gefallen tat. ich weiß wie gesunde und ausgewogene ernährung funktioniert. ich hab meine aufnahme menge an vitaminen und so ziemlich gut im griff. das problem ist eher was ich zusätzlich esse. ich könnte auch dreimal die woche in das vegane cafe in der innenstadt gehen und sahnetorte verschlingen, oder cupcakes. und wenn ich schon dabei bin gegenüber im dazugehörigen supermarkt vegane marshmallows kaufen. oder schokolinsen, kekse, chips egal. zudem gibts hier das beste eis das ich je gegessen habe gleich um die ecke.
ich habe mich in den ersten monaten nach püppis geburt soviel bewegt wie seid jahren nicht. schließlich habe ich sie täglich drei stunden durch die parks geschoben. und auf dem arm oder im trageding herum geschleppt undundund. aber das ist weniger geworden weil püppi auch mal auf de bauch im wohnzimmer rumrobben mag. also sitze ich neben ihr und surfe im internet.
ich bin müde und ich bin frustriert. eine hervorragende kombination um andauernd hunger zu haben.
schlimmer als mein gewicht finde ich, glaube ich, die folgeerscheinungen. ich bin 1,77 groß und trage kleidergröße 44. das kommt mir immer gar nicht so groß vor. aber bei den gängigsten modeketten fangen da die großen größen an. und ich will nicht in der abteilung für dicke mädchen einkaufen und vor allem keine säcke tragen. ich habe kein realistisches bild von meinem körper. hatte ich nie. zu meinen schlankesten zeiten trug ich kleidergröße 36, hatte bei der selben körpergröße 57 kilo. und dachte ich wär fett. dann hab ich zugenommen nie viel, netto im jahr eineinhalb manchmal zwei kilo. ich hab mir immer eingeredet, das wär vorüber gehend. wars aber nicht. und heute bin ich plötzlich übergewichtig. hat nur zehn jahre und eine schwangerschaft gedauert. warum ist mir das eigentlich nicht egal? wenn andere über körperfett reden, denk ich mir immer, scheiß schönheitsideale. warum bei mir nicht? zu püppis taufe habe ich mein kleid in der umstandsabteilung gekauft, okay hatte auch was damit zu tun, dass ich was stilltaugliches brauchte aber vor allem weil mir die anderen nicht gepasst haben.
in unserem rückbildungskurs war ungefähr ein drittel der frauen so schlank, das ich nie geglaubt hätte, dass sie vor sechs wochen (!!!) ein kind geboren haben. und beim letzten termin waren es die, die die waage geholt haben und erzählt, wie fett sie sich fühlen. und sich gewogen haben. ich war fassungslos. vor allem weil ich dachte, habt ihr euch mal die anderen frauen im kurs angeguckt? also auch mich.
ich hab mich immer als schlanken menschen gedacht, die noch etwas abnehmen könnte, das ist wohl vorbei.

ich glaube, es ist nicht mein körper, der eine überarbeitung bedarf sondern mein kopf. eigentlich ist körpergewicht doch gar nicht wichtig. oder?

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