Glücklich scheitern fragt danach und feministmum auch.
wie war das wochenbett? an viel erinnere ich mich garnicht mehr…
ich war nach der geburt am freitag noch bis montag morgen im krankenhaus. darüber berichte ich vielleicht ein anderes mal. dann gings nach hause. sehr spaßig. ich dachte ständig, ich mach das kind kaputt. auf der station brüllte püppi noch wie am spieß, beim anziehen und so. dann in der babyschale  ist sie sofort eingeschlafen. und hat dann auch fast bis zuhause geschlafen, glaub ich.
zuhause haben wir uns dann aufs sofa gelegt, und püpi hat auf meinem bauch geschlafen… war also ein guter start.
in der ersten nacht dachte ich andauernd, sie atmet nicht mehr, weil sie erst mal sieben stunden am stück gepennt hat. war aber nur das eine mal. nachts hatten wir eine klare aufgabenteilung, ich stille der mann wickelt, aber nach vier wochen hat püppi nachts nicht mehr groß gemacht, da viel wickeln dann weg. stillen nachts war okay, wir sind beide ständig dabei eingeschlafen, so war mein schlafdefizit nicht so riesig. püppi hat bei uns im bett geschlafen, das beistellbett diente als gehege für wasserflaschen, computer, bücher usw und als absicherung, dass ich das kind nicht raus schmeiße.
ansonsten habe ich alles garnicht als sooo schlimm empfunden. wir hatten wenig besuch, aber der mann war mit mir drei wochen zuhause. da bin ich im nach hinein echt froh drum.
streit gab es wegen essen: ich hab nix eingefrohren und hab wegen der pupsparanoia praktisch nix gegessen. der mann konnte es mir fast nie recht machen. da haben wir uns mal gestritten. aber alles in allem war der mann ganz groß.
ich konnte nicht richtig aufstehen, weil ich doch ordentlich blut im krankenhaus gelassen hatte, das war total nervig. weil der mann immer das kind herzeigen und draußen rum rennen wollte… und ich konnte einfach nicht mit.
püppi brauchte am anfang praktisch immer körperkontakt. in einigen seltenen momenten hat sie mal alleine im wäschekorb oder ihm kinderwagen geschlafen, meistens war sie bei einem von uns auf dem arm. das hieß, dass immer nur einer essen konnte z.B. wir haben sie eigentlich drei wochen durch die wohnung geschleppt… anstrengend war das. stillstand war nämlich auch nicht so püppis ding, fortschrittbaby halt.
gut kam (und kommt) singen an. dabei bestand unser repertoire am anfang praktisch nur aus arbeiterliedern.
nach drei wochen haben wir ein trageding gekauft, endlich. heute würde ich eher ein tuch nehmen aber der didytai ist auch gut.
und nach drei wochen ist der mann wieder zur arbeit, horror. ich war immer noch nur so semifit, und leicht in panik.
wir haben praktisch den halben tag mit stillen verbracht, und wehe ich hab dabei irgendwas anderes gemacht. wenigstens durfte ich lesen und surfen und telefonieren wenn püppi geschlafen hat. dabei hab ich mich aber oft nicht getraut mich zu bewegen, weildas kind auf meinem bauch lag und ich immer nur dachte wach bloß nicht auf, wach bloß nicht auf…
meistens kam ich erst gegen (nach)mittag dazu was zu essen, weil ich ganz schön mit stillen, wickeln, umziehen, kindhalten usw beschäftigt war.
zum aufräumen kam ich auch nicht, bis trageding. danach zumindest ein kleines bisschen.
püppi hat alles vollgespuckt. besonders das sofa.
da stellte sich dann auch schnell raus, dass wir zu wenig klamotten hatten. vor allem, weil alles wirklich alles viel zu groß war. ich bin nochmal los und hab bodies in größe 50 gekauft obwohl püppi 54 cm war bei der geburt…
meine hebamme war cool, aber garnicht so oft da. ich wusste immer nicht so recht was fragen und wir haben oft auch einfach über ihre pubertierende tochter gequatscht. ich hatte aus irgendeinem grund irgendwann eine phase in der ich ganz gut damit leben konnte, dass püppi geschrien hat. ich fands anstrengend aber nicht besorgniserregend. das hat sich geändert, als der mann nicht mehr da war… weil da konnte ich nicht abgeben wenn ich nicht mehr konnte.
was war noch?
ach ja, eisenmangel nervt, wochenfluss auch. geht aber beider wieder weg mit der zeit.
und rausgehen, rausgehen, rausgehen sobald es geht. uvstrahlung hilft gegen depressionen und lagerkoller.
einkaufen war blöd, weil püppi immer angefangen hat zu brüllen wenn wir an der kasse standen, hat dann der jeweils andere gemacht.
wie lange dauert das wochenbett? wir waren glaube ich essen als püppi so sechs wochen war. ist im geschrei geendet… aber tagsüber zum kaffetrinken ins lieblingscafe das ging, kind auf sofa zwischen uns und zeitung lesen juhu.
ach und fernsehen und radio waren bei uns verboten, weil das kind abends noch mehr geschrien hat als sonst. (soviel hat sie glaub ich garnicht geschrien, aber mir hats gerreicht) das ging dem mann auf die nerven. der mags nicht ruhig.

meine tipps fürs wochenbett:

*rotebeete-kokos-suppe und bananen(soja)milch.
*zwei große tagesdecken fürs sofa, damit mensch nicht immer hektisch kissen auf die milchflecken legen muss wenn besuch kommt. außerdem kann mensch die einfach in die waschmaschine schmeißen.
*ordnung ist garnicht so wichitg!!!
*kind abwischen, aber nicht jedes mal umziehen, wenn es sich mal wieder vollgespuckt hat. das gleiche gilt für einen selbst auch. und damit leben das einen alle für ne schlechte mutter halten wenn das kind milchflecken hat.
*trageding von anfang an.
*ein mp3player mit hunderten hörbüchern und ein paar gute kopfhörer sind nicht nur beim ctg schreiben super sondern auch beim stillen. und wenn das kind weint.
*unbedingt vorher ausprobieren, wie man die babyschale verstellt. da hat mensch im krankenhaus keinen nerv mehr zu.
*klare absprachen. wer macht was. vor allem nachts.
*den wäschekorb erwähnte ich ja bereits
*wenn tagsüber allein: haare kämmen wenn der/die partner*in noch da ist, duschen auch!
*irgendwen der schon kinder hat (bei mir meine eltern) oft anrufen und fragen ob das bei denen auch so war, antwort ist in 95% der fälle ja, das beruhigt häufig.
*zettel an die tür, damit nicht ständig irgendwer klingelt  der nicht zu dir will (hier der postbote fürs ganze haus, die müllabfuhr gefühlte drei werbeausträger am tag, und der paketbote der fast nie für mich war).
*rundmail mit den babydaten verschicken, damit nicht alle anrufen.
*vorher mit partner ausmachen wer wann dran ist mit besuchen (war bei uns nicht so akut, hab ich aber im bekanntenkreis auch schon echt stressig gesehen)
* einen zettel an den wickeltisch/wiege oder so auf dem steht „ich bin nicht gegen dich, ich bin nicht für dich. ich bin für mich“ immer draufschauen wenn das kind einen in den wahnsinn zu treiben droht. (danke mama!!!)

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