in 9 tagen steht der umzugswagen vor der tür. ich bin furchtbar aufgeregt, aber die zeit bis dahin wird noch soviel soziales leben aufgesaugt wies geht. aus der erfahrung hier weiß ich ja schon wies ist mit kind in einer neuen stadt. nur, dass es da wo wir jetzt hinziehen kein mütterzentrum gibt und kein familienbüro und scheinbar auch kein café mit großer spielecke…
um nicht wieder wochenlang mit hängendem kopf durch die gegend zu rennen, dachte ich gleich, ich such mir eine krabbelgruppe. leichter gesagt als getan: tatsächlich habe ich relativ wenig angebote für babies über einem jahr gefunden. also für kleinkinder dann. letztendlich habe ich mich für zwei kurse an der volkshochschule angemeldet: babyland mit babycontact und musikalische früherziehung. bitte was? ja mich hats da auch gegruselt, aber alle babyturn angebote sind echt weit weg und für mich ist es schwer den logistischen aufwand von hier auszumachen. jetzt gehen wir also in kurse, die zur frühförderung gedacht sind. ich find das konzept der frühförderung ja eigentlich absurd. als ob babies eine besondere art der förderung bräuchten um coole menschen zu werden. aber bei diesen kursen gehts ja auch nicht darum cool (= nett und sozial und mensch selbst) zu werden, sondern intelligent = leistungsfähig = erfolgreich. vielleicht bin ich da auch der propaganda aufgesessen, die so sorgfälltig im fernsehen und feuilleton verbreitet wird. ich wollte ja schon nicht zum pekip wegen dieser „wenn ich jetzt schalter a drücke wird das kind mal internationaler wirtschaftsanwalt“attitüde die mir von den meist durchschnittlichen eltern entgegen wehte (in dem kursen vorher). war dann garnicht so, (fast) alle ganz normal und nur wie fast alle neu eltern darum bemüht endlich andere eltern kennen zu lernen. ich hoffe, das wird bei den neuen kursen auch so. hinter babycontact verbirgt sich nämlich babygesten auch als babyzeichensprache bekannt. ich hab ja das gefühl, püppi und ich verstehen uns auch so ganz gut. und ich geniere mich ja auch gerne mal, wenn alle was nachmachen sollen, dass die*der kursleiter*in vortanzt. häufig habe ich schwierigkeiten nicht unsinn zumachen wie in der schule.

also babygebärden und dann noch musikalische früherziehung. das wollte ich sowieso machen. weil ich das als kind auch gemacht habe und püppi musik einfach liebt. jedesmal wenn ein instrument in ihre reichweite kommt, probiert sie aus, was da für töne rauskommen, sie liebt tanzen und wir können nie an dem klavierspieler in der fußgängerzone vorbeigehen weil sie sich so freut. irritiert hat mich nur das der folgekurs dann „musikalische früherziehung und singing in english“ heißt. für kinder ab 1,5 jahren. nee ist klar.

also ich überwinde jetzt meine vorurteile und geh mir das angucken. und wenns so blöd ist wies klingt, gründe ich mal wieder eine krabbelgruppe, und zwar eine die nicht 7 euro pro treffen kostet. weil das hat püppi bisher am allerbesten gefallen, einfach krabbeln nicht singen, nicht gruppenspiele und hampelmensch machen, sondern alle babies krabbeln durcheinander, verkloppen sich mit spielzeug. und die eltern haben zeit zum quatschen weil sie nicht aufpassen müssen was die leitung tut. mir reichts ja, wenn püppi ganz normal wird, und wenn sie aufhört immer auch mit dem computer spielen zu wollen. gibts eigentlich bloggen für babies?

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