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ich habe gerade mit meiner lieblingsmitmutter telefoniert und gelernt, das zumindest ihr nach der lektüre des letzen artikels zwar klar war warum ich keine feministin sein wollte aber nicht warum ich mich jetzt so nenne. also versuche ich mich noch einmal daran: in meiner sozialistaion wurde mir vermittelt, das die gleichstellung der frauen weitesgehend abgeschlossen ist (gehört in schule/uni/job). alles was jetzt noch an forderungen/kritik/sichtbarmachung folgt ist radikalfeministisch und nicht zielführend ach und will das wir nie wieder spaß haben. wer in der welt (die ja wirklich viel besser ist als 1950 oder gar 1820) nicht zurechtkommt, ist einfach nicht leistungsfähig oder durchsetzungsstark oder humorvoll/entspannt/sexy genug. persönliches pech also. feministinnen wurden als feindbild aufgestellt weil sie es wagten auf bestehende verhältnisse hinzuweisen und raum zu fordern. das führte gleichzeitig zu dem reflex zu versichern das frau ja keine feministin, sei wenn etwas (berechtigtes) gefordert wurde. warum eigentlich. ich will die gleichberechtigung von geschlechtern (ja mann frau und was du sein magst) was anderes hat der überwiegende teil der feministinnen ja auch nie gefordert. wenn das jetzt als zu radikal interpretiert wird, ist es ja wohl absolut notwendig sich feministin zu nennen, weil es ja wohl nicht in der deutungshoheit von menschen, die sich vom feminismus angegriffen fühlen, liegen sollte waswerwie dieser ist. also sage ich jetzt ich bin feministin und ergötze mich an der reaktion meiner mitmenschen.

auch in meinen linksradikalen zusammenhängen wurde das immer noch vorhandene machtgefälle zwischen den geschlechtern (von denen die sich nicht einordnen konnten/wollten wurde praktisch nicht gesprochen) dadurch relativiert, das die ja eh nur konstruiert wären und die performance dann auch jederzeit geändert werden könne. außerdem leiden die männer ja genauso unter ihrer rollenzuweisung wie die frauen. der begriff feminismus (also der lateinische bezug auf die frau) sei also überholt, es gehe mehr um so queere geschlechterpolitik. und überhaupt natürlich seinen frauen räume wichtig aber doch bitte nicht wenn die dann nur eine nutzt (yeah der frauencomputertag stand glaub ich alle drei monate zur diskussion). das negiert aber sowas von vorhandene privilegien (ach, ich mag dieses konzept) und führte  am ende nur dazu das alle sagten „so bin ich halt. das ist meine perfomance. kann ich nix für, änder ich nix dran, außerdem ist mein mackertum ironisch gemeint“. ich hatte dabei nicht das gefühl, das außerhalb von queerfeministischen gruppen da große fortschritte gemacht wurden.

jetzt klarer? irgend wie nicht oder?

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