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diese hausprojektgeschichte erweist sich als so (un)realistisch wie der mann sagte. aber in der verfolgung des projekts tauchte die frage auf, wie wir denn eigentlich wohnen wollen, was wir uns vorstellen. wenn ich mir mein zuhause bauen könnte:

ich würde gerne mit mehr kindern leben. also mit anderen menschen und davon sollten einige kinder sein. ein ganzer haufen am liebsten. ich wünsche mir, dass es raum für die kinder gibt, in dem sie sich ausleben können und in dem keine ständige beaufsichtigung notwendig ist.

ich würde gern mit allen möglichen menschen zusammen leben, die lust auf ein leben mit kindern haben. ich wünsche mir unser umfeld divers. ich weiß nicht wie mensch so ein umfeld findet/schafft, aber ich wünsche mir dass es offen ist für so genannte „abweichungen“ und dass die menschen herrschaftskritisch sind. ich will nicht nach hause kommen und mich mit bullshit beschäftigen müssen. und ich will das einen umgang mit machtstrukturen gibt, der es allen ermöglicht zu wachsen und das nicht auf kosten anderer.

und stabil sollte es sein, soll heißen ich wünsche mir länger an einem ort zu bleiben und das unsere nachbar_innen auch nicht ständig wechseln.

ich wünsche mir insbesondere dass das umfeld so barrierefrei wie möglich gestaltet ist, dass die wohneinheiten möglichste flexibel gestaltbar sind. das raum gibt für große familien, wgs, oder menschen die alleine oder zu zweit das gleiche bad benutzten wollen. und das es die möglichkeit gibt, das eltern die kein paar (mehr) sind unter einem dach  (oder besser zwei in der nähe liegenden) leben können ohne sich ständig auf die füße zu treten. und so dem kind ermöglichen beide zu sehen…

ich möchte mir nicht so gern küche und bad mit anderen erwachsenen teilen, weil das immer streit gibt und energien verschlingt die ich für andere dinge brauche. hausarbeit unter zwei erwachsenen aufzuteilen ist anstrengend genug. ich möchte mein eigenes zimmer behalten, und dass das_die kinder ein zimmer haben.  ich glaube kinder und erwachsene brauchen rückzugsräume und das recht auf privatsphäre gilt auch wenn mensch noch keine vier oder verheiratet ist. eigentlich finde ich das konzept der familienwohnung für uns nicht so schlecht. aber ich will eben nicht im reihenhaus wohnen sondern gerne auf einem gang mit anderen menschen.

aber ich hätte gerne raum für gemeinschaft. einen innenhof/garten und einen veranstalltungsraum vielleicht.  und so etwas wie ein gäste appartment, weil ich nicht glaube das es sinn macht dass jede wohneinheit für sich ein unbenutztes zimmer hat.

und nicht irgendwo auf dem land, kinderfreundlichkeit bedeutet hier auch zu sehen das sie älter werden und dann selbstständig irgendwo hin kommen müssen.

und ich wünsche mir offene türen, vor allem für die kinder, ich hab immer diese romantische vorstellung dass ein haufen kinder bei mir zu abendessen, und morgen dann alle woanders sind…

ich wünsche mir solidarität zwischen den bewohner_innen. ich denke da besonders an alleinerziehende, aber auch an (chronisch) kranke oder ältere menschen oder leute die aus welchen gründen auch immer nicht soviel leisten können wie die gesellschaft von ihnen erwartet.

und ganz praktisch: ich will eine küche in die unser esstisch passt, eine speisekammer, einen wäschekeller/boden und einen ort an dem ich mein fahrrad abstellen und reparieren kann.

ich will keine kommune, ich will nicht mein sofa teilen wenn ich gerade meine ruhe brauche, ich will mich nicht mit dem seelenscheiß anderer auseinandersetzten müssen wenn ich gerade keine kraft habe, ich will meine tür zu machen können…

aber ich will die tür aufmachen wenn ich und die anderen da gerade bock drauf haben, gegenseitiges babysitten und miteinkaufen, ich will gemeinsame gartenfeste und sonntagskuchen, tanztee und kinderkino…

to be continued.

wie wollt ihr leben?

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