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stark verkürzt aber ein anfang. über meine versuche zumindest den offensichtlichsten (alltags)rassismus aus den medien meines kindes zu entfernen:

das kind ist krank, also nur ein bisschen, aber genug um zuhause zu bleiben. und sie will hörspiele hören. hörspiele sind der letzte schrei hier. seid die astronautin zu weihnachten einen koffer voll mit hörspielkasetten vom großen cousin  bekommen hat will sie ständig benjamin blümchen und anderes hören.

an sich finde ich das schön. ich bilde mir ein, dass hörspiele hören besser ist als fernsehen. und ich höre bis heute gerne und ausgiebig hörbücher und -spiele.
am liebsten hört sie „benjamin blümchen und der weihnachtsmann“. das ist ähm seltsam aber erstmal unproblematisch. ich bin ganz froh, dass sie immer die gleichen kasetten hören wollte. so kannte ich die drei ausgewählten geschichten gleich gut und war mir relativ sicher, dass da zumindest nicht die ganz große scheiße zwischen ist.

einige der kasetten konnte ich schon dem namen nach aussortieren. pippi langstrumpf zum beispiel. ja, ich fand pippi auch toll als kind und dachte lang dass sie ja ne super mädchenfigur ist. die rassismus in kinderbüchern debatte hat dann aber doch noch dazu geführt, dass ich mir die metageschichte mal angeguckt habe und die gehört nicht zu den dingen die ich meiner tochter über die welt vermitteln möchte. genauso fliegen automatisch alle benjamin oder bibi in (beliebiges „exotisches“ land) raus, ich kann mir schon denken was dabei raus kommt. oder jene wo schon rassistische fremdbezeichnungen im titel sind. was danach übrig bleibt wird gemeinsam gehört (argg, ich hasse diesen elefanten). und heute morgen schleppte meine tochter dann eine kasette aus meiner kindheit an: ich und klara und der papagei pippo. schwer zu hören, unerträgliche stimme, die das vorliest. die geschichten sind naja eher antiquiert, aber dem kind hats gefallen. und dann drehen wir die kasette um und was passiert: die kinder kommen plötzlich auf die idee, den jungen gelb zu färben, damit er an karneval als „chinese“ verkleidet gehen kann. ich nur so „wtf?“. ich hab dann mal vorgespult. und war bei  der obligatorischen zweiten runde schon vorgewarnt. die kasette landet dann wohl auch auf dem obersten regalbrett (ich weiß, der müll wäre ein besserer ort).

aber jetzt und schon tausendmal davor stellt sich mir die frage, wie erkläre ich einem fast dreiährigen kind, dass wir/mensch uns/sich nicht als andere ethnien verkleiden (werden/sollten)? warum ich das nicht cool finde und nicht will, dass sie sowas hört? kann ich ihr dinge, die sie geschenkt bekommen hat, einfach wegnehmen? wie redet ihr mit euren kindern über rassismus und gegebenefalls über das weiß-sein? ist das alles vergeblich weil spätestens im kindergarten elterliche zensur nicht mehr funktioniert? gibts ein buch wie „rassismus sensible erziehung von kleinkindern“? oder kurse? übertreibe ich? kommentare sind echt sehr willkommen, ich bin verunsichert.

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