ich kann…

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ich kann sprechen und schweigen,

ich kann schnell denken und schlaue fragen stellen

ich kann stundenlang zuhören oder die ganze runde einen abend lang unterhalten

ich kann deutsch, englisch und ein bisschen spanisch und ich verstehe erstaunlich viel französisch dafür das ich das nicht kann.

ich kann schnell tippen, und wenn ich will sogar großschreiben und kommata setzten

ich einen perfekten liedstrich ziehen und auf 12 cm absätzen laufen

ich kann klamotten kombinieren und dir sagen, was dich leuchten lässt.

ich kann die perfekten schuhe für dich finden.

ich kann ganz gut zeichnen und dinge graphisch darstellen und skripte auf anweisung illustrieren

ich kann photoshop, illustrator und indesign bedienen

und ms office und ähnliche programme und wind_pro kann ich auch

darüber kann ich sogar tutorials schreiben und kurse geben, wenn mensch mir zwei monate zeit gibt kann ich das auch zu jedem anderen programm für endverbraucher

ich kann anleitungen schreiben und anleitungen lesen und verstehen

ich kann ein bisschen physik und genug mathe um das bisschen physik zu verstehen

und ich kann das ziemlich gut erklären, für leute die meinen das nicht zu können

ich kann teilnehmende beobachtung, und exposes schreiben und leitfadeninterviews führen

ich kann ganz gut transkribieren, aber weiß nicht wie mensch das schreibt

ich kann bibliotheks- und online-recherche, quellenarbeit und dokumentation

ich kann forschungsdesigns beim mittagessen schreiben (für andere)

ich kann ideen in eine ordnung bringen und dinge strukurieren

ich kann onlinefragebögen designen

ich kann konzerte organisieren

ich kann eine pa aufbauen

ich kann für 50 leute kochen

ich kann pressemitteilungen schreiben  und interviews geben

ich kann messestände betreuen und bei der planung helfen

ich kann nett aussehen und kaffee bringen

ich kann mit von 30 menschen über einen abend merken was sie trinken

ich kann böse gucken und an der tür stehen

ich kann menschen rausschmeißen und dabei nicht lachen

ich kann 12 stunden stehen und bierkästen tragen (das lieber nicht auf 12 cm absätzen)

ich kann offsetdrucken, aber nur auf einer maschine

ich kann kampagnen planen

ich kann werbeslogans erfinden

ich kann theater spielen

ich kann auf einem drahtseil laufen

ich kann demos organisieren und durchführen

ich kann artikel schreiben und kommentare und reportagen

ich kann machen, was mir gesagt wird

ich kann meine eigenen entscheidungen treffen

ich kann sehr laut schreien

ich kann machen, das alle mir zuhören

ich kann vorträge halten

ich kann moderieren

ich kann diskutieren

ich kann projektmanagement

ich kann sehr schnell, sehr viel lernen

ich kann argumentationstheorie

ich kann jeden tag 10 ideen haben, wie alles besser wäre

ich kann mit messer und gabel essen

ich kann löcher bohren und löten und eine kreissäge bedienen

ich kann häkeln und meine nähmaschine bedienen

ich kann schaltpläne lesen (okay ich bin ein bisschen aus der übung)

ich kann 50 lieder, die für kinder geeignet sind, singen

ich kann vier akorde auf dem bass und drei auf der ukulele

ich kann langsam skateboard fahren

ich kann noten lesen

ich kann siebdrucken

ich kann plakate und flyer entwerfen

ich kann zusammenhänge erkennen

ich kann empathisch sein

ich kann völlig unempathisch sein

ich kann menschen einschätzen

ich kann rat geben

ich kann schwanger werden

ich kann stillen (konnte ich zumindest ich glaube, ich kann das auch  nochmal)

ich kann internet

ich kann überzeugen

ich kann für etwas eintreten

ich kann wahnsinnig gut meckern und leidlich gut konstruktive kritik äußern

ich kann kritik gut vertragen und ernst nehmen und umsetzten

ich kann noch viel mehr aber mich gerade nicht errinern

und vor allem kann ich gerade nichts tun, um einen zugang zu all diesen dingen zu finden und irgendwie vom fleck zu kommen.

und ich kann vergessen, was ich alles kann und mich völlig nutzlos fühlen.

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die sache mit dem unsichtbar sein

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als ich diesen blog angefangen habe, war ich gerade ein paar monate mutter. und ich fand es total abgefahren, wie sich das auf mein leben ausgewirkt hat. also, dass in der öffentlichkeit alle nur noch das baby gesehen haben (unser nachbar nannte mich mal trageroboter) und dass gleichzeitig von mit erwartet wurde jetzt doch bitte nicht die ganze zeit nur vom kind und muttersein zu sprechen, das sei schließlich langweilig und ich hätte ja abseits davon auch noch ein spannendes leben. und die agressionen die mir entgegen schlugen, weil ich öffentlich mutter sein wollte, also z.b. mit dem kind im cafe rumhängen. und ich dachte an artikel wie diese hier:die unsichtbare mutter in denen es genau darum geht, dass auf der arbeit das muttersein nicht sichtbar sein darf, weil das unprofessionell wäre, (so gelesen wird) oder an das hier über versteckte mütter bei den fuckermothers. und an dieses rückzug ins private ding, nämlich das sich das leben/sorgen/arbeiten jetzt erst mal auch im privaten abspielt und dass die tätigkeiten die damit zusammenhängen abgewertet werden, weil langweilig und anspruchslos und frauenkram. und was passiert wenn das im internet wieder sichtbar wird.
kurz ich beschäftigte  mich mit dem schock, plötzlich unsichtbar zu sein. was mich da noch nicht beschäftigt hat, war die tatsache, dass ich mich ja vorher durchaus als sichtbar wahrgenommen habe. dass also der (vorrübergehende) verlust eines privilegs mich überrascht hat (naja nicht wirklich, ich wusste ja was auf mich zukommt). ich habe nicht daran gedacht, dass es menschen gibt, die ständig unsichtbar gemacht werden. die meistens nicht mitgemeint sind. nicht nur in einer phase ihres lebens, sondern immer/meistens/überwiegend/häufig/zu oft. heute ist mir der name des blogs tatsächlich manchmal peinlich, weil ich eben doch die meisten privilegien, die weißen cismittelstandskindern so offenstehen, habe/sie nutzte/davon profitiere. und weil durch die namensgebung eben ganz viele positionen weiter unsichtbar gemacht werden, durch mich. ich hab in der zwischen zeit gelernt dass „unsichtbar machen“ eben in vielen zusammenhängen länger und für andere dinge gebraucht wird, als ich es hier tue. mein thema ist sehr beschränkt, auf meine lebenswelt. einen umgang habe ich für mich noch nicht gefunden aber ich wills eben auch nicht einfach so unkommentiert lassen.

die wahl und so

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am sonntag ist bundestagswahl. ich steh ja nicht so auf wählen, aber ich tus trotzdem. und dieses jahr lese ich sogar wahlprogramme. bis mir schlecht wird, das passiert irgendwie immer. und ich versuche, mich mit den menschen in meiner umgebung darüber zu unterhalten. da ich ja immer noch nicht in einer akademiker_innen blase gelandet bin, beschränken sich meine kontakte zu mannheimer_innen vorallem auf andere eltern ( die natürlich auch akademiker_innen sein könnten, meist aber nicht sind). auf dem spielplatz vornehmlich. hier habe ich mal wieder gelernt, was ich nicht mitgedacht habe. ich wurde nähmlich neulich sehr interessiert auf die wahl angesprochen, von einer frau die mit zwei kindern öfter mal da ist. vermutlich öfter als ich. und schon saß ich mitten in einer angeregten diskussion von frauen. da gings um familienförderung, kindergeld, hartz 4 und bafög. abgefahrene situation das, nicht so das typische spielplatz gespräch. und das was ich gerlernt habe war folgendes: die 4 frauen haben sich tatsächlich für politik interessiert, waren gut informiert und wohl überlegt. und dürfen nicht wählen. weil sie keinen deutschen pass haben. ihre kinder schon, die ehemänner zum teil. aber sie eben nicht. natürlich weiß ich, dass die vorraussetzung um an der bundestagswahl teilnehmen zu dürfen ist, deutsche_r staatsbürger_in zu sein. was ich immer wieder vergesse ist, dass viele menschen um mich rum dies nicht sind. in dem viertel in dem wir leben sind das viele. in der ganzen stadt 21,2%! die sind nicht alle über 18 aber trotzdem: ein fünftel der menschen in dieser stadt darf nicht wählen, sondern müssen mit dem leben, was die anderen für (oder gegen) sie entscheiden. hört sich für mich nicht sehr demokratisch* an…

*jaja ich weiß, demokratie galt in ihrer urform auch nur für männer mit besitz, ganz sicher nicht für „ausländer“ oder frauen oder sklaven oder… aber mir wurde in der schule ja beigebracht, dass demokratie so als gesellschaftlicher verständigungsprozess zu verstehen ist. und alle hätten eine stimme und deshalb sei das mit den mehrheiten auch garnicht ungerecht. jaja, jede_r hat eine stimme. außer denen die halt keine haben.

(wenn ich bei meiner schnellsuche nach blogbeiträgen zum thema von menschen ohne entsprechende staatsbürgerschaft übersehen habe, bitte ich sehr darum sie mir in die kommentare zu schreiben)

nachtrag 3:
bei miganzin gibts dazu eine artikel von einer ohne deutsche staatsangehörigkeit: http://www.migazin.de/2013/09/18/wahlrecht-eine-stimme-der-bevoelkerung/
und das hier gibts auch: http://www.migazin.de/2013/09/17/ein-plaedoyer-demokratie-teilhabe/
und das zum thema bei heise: http://www.heise.de/tp/blogs/8/154796

noch n nachtrag: http://wahlrechtfüralle.de/ initiative für ein wahlrecht für alle die dauerhaft im einzugsgebiet der wahl leben.

nachtrag: ich habs nachgeschaut in den statistiken, in „meinem“ bezirk leben 55 % „menschen mit migrationshintergrund“ (das steht so in den statistiken, woher die das wissenn wüsste ich auch gerne) davon haben 70% keine deutsche staatsbürgerschaft. das macht im bezirk 9300 menschen die keine stimmen bei der bundestagswahl abgeben dürfen, in meinem stadtteil sind es 3290 menschen. (gerundet) leider trennen sie die statistik für minderjährige dann nicht mehr so hübsch nach staatsbürgerschaft, deshalb konnte ich nicht rausfinden, wieviele unter 18 jährige darunter sind…

im queer zoo

der folgende artikel ist im konzept schon fast ein jahr alt und nicht ganz fertig geworden, ich hab da einige von rumliegen und spuck die jetzt nach und nach aus. so wie sie sind.

ich und der austronautins vater leben in einer heterosexuellen ehe. also in dem konstrukt das viele immer noch als das „normale“ familienidyll beschreiben. tatsächlich ist es aber nur eine lebensweisen von vielen. als ich noch in meiner wg gewohnt habe, kannte ich menschen mit allen möglichen lebensentwürfen und beziehungsformen. und in den kulturwissenschaften kommt mensch ja so oder so nicht an einer menge genderstudies vorbei und an einigen menschen die dieses theoretische wissen praktisch umsetzten. in diesem umfeld bin ich mit ehe, eher klassischen rollenverteilung und kind eher so die ausnahme, und werde (zu recht) kritisiert. das annehmen von für mich zugänglicher normen bedeutet eben auch immer, sie als norm zu bestätigen. leider habe ich mit den meisten meiner freund_innen die von der norm abweichend leben und lieben wenig bis keinen kontakt mehr. ich bin darüber für mich traurig und für die astronautin. ich wünsche ihr, das sie die vielfältigkeit die leben haben können kennen lernt, bevor sie eine uni von innen sieht (wenn sie das denn tut).  ich würde ihr gerne vermitteln, dass nur sie bestimmen darf, wie sie mit wem leben möchte, und dass es da mehr als eine oder zwei möglichkeiten gibt, sondern eben soviele wie es menschen. ich wünsche mir, dass sie lernt, menschen in ihren entscheidungen und lebensweisen wahrzunehmen und zu respektieren. blöderweise wird dieser wunsch etwas absurd, im aktuellen punkt meines/unseren lebens. der wunsch, ihr kontakt zu z.B. queer lebenden menschen zu ermöglichen, impliziert ja immer auch genau das dieses „anders sein“ überhaupt da ist. und bestärkt die norm, „also kind wir und deine freund_innen leben so, und dann gibt es da noch… “ willkommen im queer zoo.

im moment fällt mir auch nix dazu ein, schließlich sind queere menschen keine serviceeinrichtung um anderen menschen und ihren kindern mal eben als anschaunungsmaterial zu dienen.

kita wut

aaaaarrrrggg. da schafft sich die stadt ein zentrales anmeldedings für kindergarten und krippen plätze an und dann führt das nur dazu, dass ich mich nur noch in drei einrichtungen anmelden kann. die 27 anmeldungen die ich dann irgendwann mal (noch für die krippe, aber viele für den kindergarten mit) getätigt habe verfallen also. dann teilen mir zwei der drei träger mit, dass sie keinen platz für uns haben und als ich bei der stadt anrufe, um rauszufinden, was zum teufel ich jetzt machen soll, wird mir geraten, doch bitte ALLE freien träger mit passendem angebot abzuklappern und zu fragen ob sie nicht vielleicht einen platz für mich haben. was ja super wahrscheinlich ist, weil ich ja noch auf der warteliste stehe und es sooo viele ganztagsplätze gibt. es sind übrigens insgesamt ungefähr 70. und das ganze kann ich dann noch mit einem „kitafinder“ machen der die vorgegebenen kriterien mal eben ignoriert und einfach alle kitas ausspuckt. ich hab jetzt richtig schlechte laune. soviel zum thema „das kriegen wir dann schon hin“, als ich die vormerkung bei denen im büro abgegeben habe. ey fick dich scheiß stadt. ach ich könnte ja einen der vö plätze nehmen. der ist dann aber nur bis 14 uhr. und irgendwo im nirgendwo. danke.

idendidääd

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wir fahren mal wieder nach franken, das haben wir lange nicht mehr getan. ich freue mich auf zuhause. ich bin da gar nicht aufgewachsen, kurz nach der geburt wurde ich nach norddeutschland gezogen. aber franke (fränkin?) sein ist ein wichtiger teil meiner identität. wieso eigentlich? meine eltern sind beide in bamberg geboren, also der stadt in der ich das auch wurde. meine mutter ist dort nicht aufgewachsen sondern im pott und zurück gekommen als sie (beinahe) erwachsen war, und nochmal mehr als zehn jahre geblieben. mein vater ist dort aufgewachsen und weg gegangen als er erwachsen wurde. meine großeltern väterlicherseits wohnen zumindest in der nähe von bamberg und wären vermutlich auch gerne wieder in die stadt gezogen, wenn sie sich denn die miete hätten leisten können.
der mann ist in bamberg aufgewachsen, wir haben uns dort kennengelernt, seine mutter wohnt da. wir haben viele freunde in der stadt und viele, die wir treffen wenn wir gleichzeitig auf besuch sind. fast alle sprechen davon, wenn sie mal richtig alt sind eine wohnung dort zu haben. ich auch, manchmal, aber wieso jetzt nochmal?

woher kommt eine identifikation mit einer stadt und einer region in der ich nie gewohnt habe?  ich glaube das hängt zum einen mit unserer familienkultur zusammen. und mit der unweigerlichen frage, wo mensch denn herkommt. wenn es in meiner schulzeit, aber auch schon vorher, um familie ging, dann war meine kernfamilie eben alles an familie, was nicht 6 stunden zug weit weg war. wenn ich dann erklären sollte, wo genau das denn jetzt liegt, dieses bamberg, dann hörte ich häufig ich käme aus bayern. aus BAYERN?!? nein verdammt, ich komme aus franken, das ist wichtig! es gibt in meiner familie niemanden der sich mir bayern identifiziert, das hat mit uns nix zu tun, nicht das wir irgendetwas mit echten freien franken zu tun hätten (das sind häufig gruselige nazis) aber das ist es, wo wir herkommen. fränkisch ist das, was ich nicht gut spreche, und manchmal nicht verstehe.
ich glaube so richtig wichtig geworden ist das für mich erst über differenz, mein anders sein hat sich in meiner kindheit am einfachsten daran festmachen lassen, das meine familie nicht aus oldenburger_innen oder ostfries_innen bestand. das es noch vielmehr aspekte unserer familienkultur gab die sich nicht in die mehrheit meiner schulgenoss_innen einpasste, hat sich für mich mit 9 jahren noch nicht so richtig erschlossen. also fränkisch sein, und damit katholisch. was vorsichtig gesagt schon verwunderlich ist, mein vater ist schon vor meiner geburt aus der kirche ausgetreten (meine mutter vor ein paar wochen, aber das ist eine andere geschichte) mein bruder und ich wurden nicht getauft, was ich als kind ganz schrecklich fand. aber meine religiöse identität war eben doch katholisch, ich bin immer mit meinem großvater in die kirche gegangen als ich ein kind war. bei unseren jährlichen besuchen und mir hat das gefallen. ich mag die rituale der katholischen kirche bis heute, auch wenn ich die institution eher ablehne. in meiner umgebung waren alle anderen evangelisch… und auch wenn sich mein faible für die katholische kirche nicht gehalten hat (puh, glück gehabt), hat die art der katholischen denkweise mich geprägt, sowas erledigt sich halt nicht in einer generation ungläubiger.

seid ich denken kann fahre ich also einmal im jahr nach bamberg um meine großeltern zu besuchen, und meine tanten (mütter- und väterlicherseits) und alte freunde. und das war eben meistens auch der einzige urlaub den es so gab. das ich das positiv verknüpfte ist im nach hinein echt nicht verwunderlich. während ich zuhause immer damit kämpfte mich fehl am platz zu fühlen, wurde ich hier freudig begrüßt.

und es ist schön da, die stadt bamberg ist wunderschön. es macht spaß dort zu sein, schon weil es spaß macht, mit offenen augen durch die stadt zu gehen.

und es ist lecker, als kind war ich ja eine große freundin des toten tieres, und damit ist mensch da genau richtig. es gibt so großertige dinge wie keller und brotzeit. da wird dann richtig viel pressack verspeist. bamberg ist eine gärtnerstadt, es gibt immer frisches gemüse und daszu weitestgehend bezahlbaren preisen. mittlerweile kann mensch selbst als vegetarier_in in jede wirtschaft einkehren und wird etwas zu essen finden. und sehr selten mal schlechtes essen. die eingefleischetn bamberger-innen behaupten ja das diese neigung zu qualitativ hochwertigem und günstigem essen daher kommt, das die bamberger_innen früher ihre bäcker in holzkäfigen in die regnitz geschmissen haben wenn sie beschissen haben, (muss mal nachlesen, ob das stimmt) es gibt kloß mit soß, also für mich natürlich ohne, und wersching, und gerupften (soll ja leute geben die sich trauen obatzda zu bestellen, ich würds nicht ausprobieren) und das brot ist so lecker das ich slebst das industriebrot lieber esse als alles was ich hier so kaufen kann (ha, es gibt einen marktstand aus mittelfranken hier auf dem markt, das sind seltsame christen aber das brot ist gut) als kind hab ich übrigends immer glösse geschrieben, wenn nach meinem lieblingsessen gefragt wurde, das mit dem hadden g, hatte ich nämlich nicht so raus. überhaupt was für eine großartige unterscheidung, es gibt ein hartes und ein weiches d, und ein hartes und ein weiches g. ihr könnt euch vorstellen welchen spaß ich bei der rechtschreibung hatte wenn ich dinge aus bamberg beschreiben wollte.

und es gibt die keller, ja wir gehen auf den keller, was den einfachen hintergrund hat, das das bier im keller liegt, wos kalt ist und wir oben drauf sitzen, wos schön ist. eine großartige abendbeschäftigung, das auf dem keller sein, meist gibt es einen spielplatz mit zaun und nen guten ausblick, liegt ja auf dem berg. es gibt gutes bier und schlucki, in den meisten kellern in und um bamberg kann mensch sich das essen selbst mitbringen wenn das was auf der karte steht nicht gefällt, ich könnt das ja ständig machen. und alle freunde die wir jemals mit nach bamberg geschleppt haben auch.

und sonst so: als ich schon etwas älter war und ohne meine eltern in der stadt stellte ich fest, das ich fränkischer bin, als ich je geglaubt hätte. ich nöle macker und läster nämlich gerne und ausgiebig, während ich mit lob eher sparsammer bin. (ich übe das besser zu machen, ist so mittel erfolgreich) das größte kompliment das du in franken bekommst ist ein freundliches „basst scho“. das ist übrigends auch was wo sich meine schwiegermutter, die sehr auf ihre westfälische mutter pocht, sich ihrer umgebung voll angepasst hat.

und das kind? die astronautin wird in schöner regelmäßigkeit nach franken geschleift, ist gerne klöße und spricht hochdeutsch weil wir das auch sprechen, hoffentlich. mir stellt sich ja immer wieder die frage ob das mit dem fränkisch sein in der „fremde“ nicht eher größer wird, als es eigentlich ist weil die sehnsucht so groß ist.

sushi und sekt

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ja eigentlich wollte ich mal wieder über unsichtbarkeit schreiben weil ich im letzten jahr doch einiges über sichtbarkeiten gelernt habe. aber stattdessen folgt mal wieder hedonismus:

die astronauten (aka püppi) hat eine allerbeste freundin. wer jetzt sagt, kinder in dem alter haben keine freunde, der kennt meine tochter und ihre freunde nicht. die beiden waren zusammen bei der tagesmutter und seid die freundin nicht mehr da ist fragt die astronautin morgens mittags abends nach ihr. als wir neulich in der straßenbahn die freundin auf der anderen straßenseite sahen hat sie versucht von meinem arm und aus der tür zu stürzen und hat den ganzen weg nach hause zurück gewolt um die freundin zu „findi“.

als wir heute dann die freundin und ihre mutter trafen, war die freude riesig. die freundin ist glaube ich etwas überfordert mit der überschwänglichkeit der astronautin, aber die beiden spielen ganz gut miteinander. eigentlich war der plan, gemeinsam auf einen „neuen“ spielplatz im nachbarviertel zu gehen aber als es das regnen anfing einigten wir uns darauf bei uns zu spielen. also nein, die kinder sollten spielen. der vorteil ist, dass die beiden wenig betreuung brauchen wenn sie zu zweit sind. sie verwüsten die wohnung aber sie lassen uns dabei in ruhe.
nach dem wir festgestellt haben da wir beide eine trotzwoche hinter uns haben, besorgten wir uns noch schnell eine große portion vegetarisches sushi und auf dem weg zurück auch noch eine flasche sekt. ichhab das ja erst für einen scherz gehalten, im nachhinein war es aber definitiv die idee der woche. wir saßen also zu zweit am esstisch, während die kinder durch die wohnung rannten, schlugen uns den bauch mit sushi voll und tranken sekt. unverantwortlich und so, tatsächlich fand ich es als kind immer eher seltsam wenn erwachsene alkohol getrunken haben, ich kannte das von daheim einfach nicht. aber heute hat es die kinder eher weniger interessiert sie tranken wasser aus weingläsern und naschten sushi und waren sehr vergnügt. und ich auch, ich bin nicht betrunken, aber entspannt das erste mal diese woche mit kind im selben raum. danke dafür, liebe freundin mama!

Vegane Ostereier

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Ich finde hartgekochte Eier ziemlich bah auch wenn ich gerade nicht vegan lebe. Hier fiel Ostereier suchen Schnee und krankheitsbedingt aus. Aber weil ich das letztes und dieses Jahr vergessen habe noch schnell die veganen Ei Alternativen fürs nächste Jahr: 1. The Egg: diese Rhythmuseier kosten nicht die Welt, es gibt sie in verschiedenen Farben und Geräuschen. Die Astronautin hat letztes Jahr eins geschenkt bekommen und liebt es heiß und innig. Der Vorteil ist dass “echte“ Musikinstrumente viel schöner klingen als solche für Kinder… 2. Im Bio Laden gibt es so Badewasserfarben die haben die auch in Eierform, mit kleinen Geschenken drin. Ich fand sie ziemlich teuer… 3. Jongliereier, hatte mein Vater als ich klein war, gibt es aus verschiedenen Materialien unsere waren auf Gummi und haben sich auch als Flummi geeignet. 4. In der Krippe vom Kind, das wir gestern besucht haben, haben sie Plastikeier mit Fingerfarben bemalt, sehr schick und schon für die Kleinen. 5. Im Backbedarfshandel habe ich auch schon cakepopformen in Ei Form gesehen. 6. Und natürlich veganer Süßkram in allen Varianten, wir hatten dieses Jahr so eiförmige Dosen als Deko an den Ostergaben, die werde ich nächstes Jahr mit Marzipan Kram füllen. Ansonsten hat die erweiterte Familie das mit der ein Buch oder CD Regel, die bei meinen Eltern gilt, ignoriert und ein riesen Haufen Sandspielzeug geschickt. Und das Kind hat einen Schoko pur Schock erlebt. Selten hab ich die Astronaut in mit so einem verklärten Gesicht gesehen.

ZWEI!

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ruhig ists hier, hab gerade irgendwie den blog elan verloren… aber dass hier wollte ichhier noch anmerken: das kind ist seid heute zwei und braucht einen neuen namen weil püppi dieser kleinen person sowas von nicht gerecht wird. vielleicht astronautin? ihr lieblindshirt hat eine rakete ihr lieblingsvideo handelt von mondfahrt… mal sehen was mit einfällt.

gefeiert wurde heute nur mit einem gastkind+elter und dem weltbesten paten. der mann hatte frei und hat mit mir zusammen richtig viele luftballons aufgeblasen damit die kinder kreischend durchrennen können. es gab geschenke: ein laufrad, ein aquadoodle, eine regenjacke, gummistiefel, ein gewürzregal, vier bobo bücher, ein puzzle und als highlight ein selbstgebastelter vogel und eine karte vom besucherkind.

es gab cupcakes in vegan mit kristallzucker. und schlagsahne wer mag. zum abendessen haben wir pizza geholt. das kind war so überdreht das es nicht ins bett wollte. morgen wird bei der tagesmutter gefeiert, heute war der kurze tag morgen kommt ein befreundetes kind dahin. deshlab warte ich jetzt darauf das die zuckerfreien cupcakes fertig backen. vielleicht stelle ich gleich noch ein paar fotos ein. mal sehen.

ach und das war gerade der hundertste artikel hier…

Ich wollte ungefähr dass schreiben. Fuckermothers war schneller. Lest das und teilt das und schreibt mehr coole Kinderbücher.

fuckermothers

Eine Bemerkung zu der unsäglichen ‚O-My-God-unsere-Kinder-dürfen-das-N*-Wort-nicht-mehr-in-Kinderbüchern-lesen-Debatte‘. Auslöser war die Ankündigung des Thienemann-Verlages, diskriminierende Sprache in Kinderbuch-Klassikern wie Die kleine Hexe auszutauschen

‚Zeter! und Mordio! Kulturverfall! Und Sprachpolizei! Und Säuberungskampagne! Und sowieso, Political! Correctness!‘ regt sich die Presse von FAZ und Zeit über Deutschlandfunk bis Spiegel auf. (Die Artikel wurden absichtlich nicht verlinkt, am harmlosesten ist noch dieses Interview mit Paul Maar.) In all dieser Aufregung, wird, so oft es sich irgendwie unterbringen lässt, genussvoll das diskriminierende N*Wort geschrieben, am besten schon in der Überschrift. Dabei offenbart sich, neben teilweise erschreckend reaktionärem Gedankengut, eine unglaubliche Ignoranz und Unsensibilität.

Erstens. Das N*-Wort kommt

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